Welternährungspreis geht an Expertin in Fischforschung

27.05.2021, foodjobs.at.

Dank Dr. Shakuntala Haraksingh Thilsteds Forschungen haben Millionen von Menschen weltweit Zugang zu nährstoffreicher Nahrung in Form von kleinen Fischen. Für diese wertvolle Leistung wurde die Dänin nun mit dem Welternährungspreis ausgezeichnet und will jungen Frauen Mut machen, eine Karriere in der Lebensmittel- und Ernährungswissenschaft anzustreben. 

Seit 1986 wird jedes Jahr der Welternährungspreis an Wissenschaftler verliehen, die sich für die Verbesserung der Qualität und Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln einsetzen. In diesem Jahr ging die begehrte Auszeichnung, die von Friedensnobelpreisträger Norman Borlaug ins Leben gerufen wurde, an die Ernährungsexpertin Shakuntala Haraksingh Thilsted. Mir ihrer Pionierarbeit bei der Aufzucht von Fischen und deren Bedeutung für die Ernährung in Entwicklungsländern leistete die 71-jährige Forscherin einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Ernährung und Gesundheit von Millionen Menschen weltweit. 

Thilsted, die in Trinidad aufwuchs und später dänische Staatsbürgerin wurde, begann ihre Forschungen in den 1980er Jahren in Bangladesch, wo sie sich zum Ziel setzte, das Leben der unterernährten Bevölkerung zu verbessern. Nachdem ihr berichtet wurde, dass der Verzehr kleiner lokaler Fischarten das Wohlbefinden sowie die Gesundheit der einheimischen Frauen vor Ort stärke, erforschte sie den Nährwert der kleinen Fische in Bangladesch und später in Kambodscha. 

„Ich war in der Lage, die Nährstoffzusammensetzung dieser kleinen Fischarten zu beurteilen und erkannte, dass sie extrem reich an mehreren Mikronährstoffen, Vitaminen und Mineralien waren, und vor allem, dass die Formen, in denen sie gefunden wurden, hochverfügbar waren und vom menschlichen Körper aufgenommen werden konnte“, erklärte sie der Presse per Videokonferenz vor der Preisverleihung aus Penang, Malaysia. 

Mit diesem Wissen in der Tasche kehrte sie zurück nach Bangladesch, wo sie die Zuchtmöglichkeiten für Bauern prüfte, um die Effizienz und den Nährwert der Produkte zu optimieren. Während heutzutage rund 4 Millionen Haushalte die kleinen Fische in Teichen züchten, steckte die Aquakultur zu jener Zeit noch in den Kinderschuhen. Denn statt einheimische Kleinfische zu kultivieren, besetzte man die Becken mit diversen Karpfenarten, um sie auf Märkten gewinnbringend zu verkaufen. 

Doch nach vielen Jahren der Forschung gelang es Thilsted und anderen Forschern eine gewinnbringende Koexistenz der beiden Arten zu ermitteln, die die Produktion und die Nährstoffqualität sogar verbessert. „Das war das System, das wir für den Aquakultur-Ansatz, den ich Teich-Polykultur nenne, verwendet haben“, so die Wissenschaftlerin. 

Mit ihren Forschungsleistungen, die mit Hilfe von Organisationen wie UNICEF oder dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung der UN durchgeführt wurden, verbesserte Thilsted das wissenschaftliche Verständnis für die Bedeutung von Fischen in der Ernährung und förderte die Ernährung und das Einkommen einiger stark gefährdeter Menschen weltweit. So hat sich Bangladeschs Aquakulturproduktion mittlerweile zur fünftgrößten der Welt entwickelt und ernährt heute rund 18 Millionen Menschen. 

Durch diesen Wandel werden darüber hinaus auch die wirtschaftlichen Möglichkeiten von Frauen gefördert, da diese etwa 60% der Fischzüchter ausmachen und in kleinen Familienbetrieben im Land arbeiten. Thilsted, die seit 10 Jahren mit der internationalen Forschungsorganisation WorldFish in Malaysia zusammenarbeitet und mittlerweile als globale Leiterin für Ernährung und öffentliche Gesundheit fungiert, zeigte sich überrascht darüber, den Welternährungspreis zu erhalten, da sich ihre Vorgänger überwiegend auf Grundnahrungsmittel wie Reis, Weizen oder Mais konzentrierten. 

Über die Auszeichnung zeigte sie sich jedoch mehr als erfreut: „Ich kann sehen, dass der Preis einem eine Plattform gibt, und in meinem Fall möchte ich diese Plattform nutzen, um meine Arbeit voranzutreiben und die Anerkennung von Fisch und aquatischen Nahrungsmitteln als Superfoods und wichtige Bestandteile der Ernährung für arme und gefährdete Menschen voranzutreiben [...]. Ich hoffe auch, dass ich mit dieser Plattform und diesem Preis, den ich bekommen habe, vor allem junge Frauen aus Entwicklungsländern dazu inspirieren kann, Wissenschaft zu studieren und eine Karriere in der Lebensmittel- und Ernährungswissenschaft einzuschlagen [...].“

Auch für US-Außenminister Antony Blinken bedeuten Thilsteds Forschungen einen wichtigen Schritt für die Ernährung der Weltbevölkerung: „Dr. Thilsted hat herausgefunden, wie diese nährstoffreichen kleinen Fische lokal und kostengünstig gezüchtet werden können. Jetzt essen Millionen einkommensschwacher Familien in vielen Ländern, darunter Bangladesch, Kambodscha, Indien, Nepal, Burma, Sambia und Malawi, regelmäßig kleine Fische, getrocknet und frisch, von Chutney bis zu Brei, die Kindern und stillenden Müttern wichtige Nährstoffe geben, die diese ein Leben lang schützen. Das alles ist ihr Verdienst.“ 

 

 


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